In Indien ist das Thema Scorpène nach dem sechsten jährlichen Verteidigungsdialog zwischen Indien und Frankreich, der am 17. Februar 2026 in Bangalore stattfand, wieder in den Vordergrund gerückt. Die vor vier Jahren aufgenommenen Verhandlungen über drei zusätzliche Einheiten, die im Juli 2024 in Paris öffentlich bestätigt wurden, stehen kurz vor der Zustimmung der Regierung.
Diese Aussicht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die U-Boote der Kilo- und Typ-209-Klasse außer Dienst gestellt werden und dadurch eine potenzielle Fähigkeitslücke für die indische Marine entsteht. Sie deckt sich auch mit dem Zeitplan des Projekts 75 India P75I von ThyssenKrupp Marine Systems, das auf einem längeren Entwicklungszeitraum für ein unabhängiges, luftunabhängiges Antriebssystem basiert, sowie mit der Kontinuität der Produktion bei Mazagon Dock Shipbuilders Limited, trotz des Ausbleibens einer offiziellen Ankündigung Ende März.
Mazagon Dock Shipbuilders Limited erhält die indische U-Boot-Fähigkeit
Im Rahmen des Projekts 75 gab die indische Marine sechs U-Boote der Scorpène-Klasse (lokal als Kalvari-Klasse bezeichnet) bei Mazagon Dock Shipbuilders Limited (MDL) in Mumbai in Auftrag, unterstützt von der Naval Group. Das letzte U-Boot dieser Serie, die INS Vagsheer, markierte das Ende der ersten Produktionslinie und warf die Befürchtung eines Produktionsstillstands auf, falls nicht rasch ein Ersatz gefunden würde. In dieser Phase wurden eine industrielle Basis und qualifizierte Fachkräfte für diesen U-Boot-Typ sowie Lieferketten und Prozesse geschaffen, die heute auf der indischen Werft fest etabliert sind.
Als sich die Dienstzeit der U-Boot-Klassen Kilo und Typ 209 dem Ende zuneigte, verstärkte sich das Risiko eines vorübergehenden Mangels an verfügbaren U-Booten, was noch dadurch verschärft wurde die Indienststellung neuer chinesischer U-Boote des Typs 039 mit AIP-Antrieb in der pakistanischen Marine.
Daher der Druck, eine bereits erprobte und ohne lange Verzögerungen einsetzbare Lösung zu finden. Die durch Technologietransfers erworbenen Kompetenzen und die für die Scorpène-Familie bereitgestellte Infrastruktur ermöglichten einen glaubwürdigen, schnellen Neustart. Bis zu 60 % der Wertschöpfung wurden durch die Integration eines Kampfsystems von Bharat Electronics Limited erzielt, was die Akzeptanz in der Bevölkerung förderte.
Im Juli 2024 gab Premierminister Narendra Modi in Frankreich die Bestellung von drei zusätzlichen Scorpène-U-Booten für die indische Marine bekannt. Der geschätzte Wert von rund 35 bis 36 Billionen Rupien (3,4 Milliarden Euro) umfasste bedeutende Technologietransfers und Designverbesserungen gegenüber den ursprünglichen Einheiten. Den vorliegenden Informationen zufolge sollten die drei Schiffe von MDL innerhalb von etwa sechs Jahren gebaut werden, wobei ein den indischen Besatzungen bereits vertrauter Standard zum Einsatz kommen sollte.
Parallel dazu hat das Projekt 75 India (P75I) den deutschen Konzern ThyssenKrupp Marine Systems mit der Lieferung von sechs U-Booten der neuen Generation vom Typ 214 mit luftunabhängigem Antrieb (AIP) beauftragt. Das Budget beläuft sich laut offiziellen Angaben auf rund 50 Billionen Rupien (4,7 Milliarden Euro). Dieses Programm markiert einen Generationswechsel und eine ambitioniertere Integration des AIP-Antriebs, was naturgemäß längere Vorlaufzeiten bis zur Indienststellung mit sich bringt. Die beiden Ansätze berücksichtigen somit unterschiedliche Zeitrahmen und erweitern die technologischen Optionen der indischen Flotte.
In diesem Kontext dient die Option zusätzlicher Scorpène-U-Boote der industriellen Kontinuität und Kapazitätsglättung bei gleichzeitiger Begrenzung der Integrationsrisiken. Sie profitiert von den Erfahrungen mit den sechs bereits gelieferten und betreuten Einheiten und vermeidet die Fallstricke einer völlig neuen Konstruktion, wie Eric Balufin von Naval Group betonte. Gleichzeitig bietet sie einen technologischen Zwischenschritt, der mit dem Ziel der Eigenfertigung vereinbar ist.
Naval Group wartet auf den Auftrag für die 3 zusätzlichen Scorpene-U-Boote, die für 2024 angekündigt wurden.
Der sechste jährliche Verteidigungsdialog zwischen Indien und Frankreich in Bangalore am 17. Februar 2026 bekräftigte die politische Unterstützung beider Länder. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die maritime Sicherheit, da beide Länder intensiv an einer möglichen strategischen Annäherung arbeiten. RafaleDie französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin traf sich mit ihrem Amtskollegen Rajnath Singh, um die Zusammenarbeit im Bereich der U-Boote auszubauen und die drei zusätzlichen Einheiten wieder ganz oben auf die bilaterale Tagesordnung zu setzen.
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