Beim Besuch des Kapitols will der griechische Ministerpräsident die F-35 erwerben und warnt vor der Türkei

Seit Anfang der 70er Jahre, also noch vor dem Beitritt zur Europäischen Union (1981), verfolgte Athen stets eine ausgewogene Strategie bei der Ausrüstung seiner Luftstreitkräfte und setzte gleichzeitig auf amerikanische und französische Flugzeuge. In den 70er und 80er Jahren entwickelten sich die Mirage F1 unter einer blau-weißen Kokarde neben der F4 Phantom 2, der F5 Tiger II und der A7 Corsair 2, während in den 90er Jahren die Hellenic Mirage 2000 ihre F-16-Flotte vervollständigte. Heute beabsichtigen die griechischen Behörden, dieses Modell, das zu überzeugenden Ergebnissen geführt hat, auszuweiten, um die Spannungen mit dem türkischen Nachbarn einzudämmen, indem sie die französische Rafales erwerben und ihre F-16 auf den neuesten Block 70 Viper-Standard aufrüsten. Dabei will Athen jedoch nicht aufhören. Anlässlich seines offiziellen Besuchs in den Vereinigten Staaten, Premierminister Kyriakos Mitsotakis hat tatsächlich angekündigt, dass er beabsichtigt, ein Geschwader der amerikanischen F-35 Lighting II zu erwerben um einige seiner F-16 zu ersetzen.

Die Bestellung soll laut griechischem Staatsoberhaupt 2028 erfolgen, mit der Hoffnung, dass die ersten Geräte noch vor Beginn des nächsten Jahrzehnts ausgeliefert werden. Darüber hinaus verhandelt Athen Berichten zufolge bereits mit Lockheed Martin über die Teilnahme am Lighting II-Programm als Industriepartner, um seine Luftfahrtindustrie zu nutzen, die bereits stark in die Produktion und Wartung exportierter F-16 eingebunden ist. Überraschend ist diese Ankündigung keineswegs, zumal Athen seit langem angedeutet hatte, den neuen amerikanischen Kampfjet neben der französischen Rafale im Rahmen der Modernisierung seiner Luftstreitkräfte erwerben zu wollen, insbesondere um die Bedrohung durch die türkischen Streitkräfte einzudämmen Kräfte und die Spannungen, die Athen und Nikosia, unterstützt von Paris, in den letzten Jahren gegen Ankara geführt haben.

Athen will im Rahmen der Modernisierung seiner Luftstreitkräfte 18 ein Geschwader (24 bis 35 Flugzeuge) der F-2028A bestellen

Diese offizielle Ankündigung ist jedoch nicht ohne Kontext. Tatsächlich scheint der US-Kongress seine Positionen zu den Sanktionen, die der Türkei nach dem Erwerb von S-400-Flugabwehrsystemen durch Ankara und dem darauf folgenden schweren Embargo gegen amerikanische Verteidigungstechnologien auferlegt wurden, aufgeweicht zu haben. So stand der US-Kongress bis vor kurzem den meisten türkischen Forderungen nach dem Export von US-Verteidigungstechnologien, abgesehen vom Ausschluss Ankaras aus dem F-35-Programm, besonders ablehnend gegenüber. So hatten die US-Parlamentarier angekündigt, sich dem Antrag der türkischen Behörden auf die Anschaffung von 40 neuen F-16-Kampfflugzeugen nach Block-70-Standard sowie 80 Kits zur Aufnahme ebenso vieler bereits im Einsatz befindlicher Geräte widersetzen zu wollen. innerhalb der türkischen Luftwaffe in Richtung dieses Standards, alles für mehr als 6 Milliarden Dollar. Aufgrund des Engagements der Türkei an der Seite der Ukraine seit Beginn des Konflikts und der bisher zufriedenstellenden Haltung Ankaras im Rahmen der NATO in Bezug auf diese Krise, US-Gesetzgeber hatten angedeutet, dass sie erwägen könnten, die Wiederaufnahme von US-Rüstungsexporten in die Türkei zuzulassen. Und genau davor will Kyriakos Mitsotakis bei seinem Besuch im Kapitol Senatoren und Abgeordnete warnen.


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